Marstal

Heute steht nun Marstal auf dem Programm, von Bagenkop aus ist dies nur ein kurzer Törn über die Marstal Bucht. Es ist ziemlich bedeckt und wir hoffen das wir trocken ankommen werden. Der Wetterbericht meldet ein Azorenhoch und und einen Tiefdruckkeil in der Biskaya. Den ganzen Tag ist es schon bedeckt und gegen 11.30 geht es dann bei SW 2 los.
Eine ziemlich dicke Gewitterwolke zieht langsam auf uns zu, aber wir sind zuversichtlich das wir es vor dem Eintreffen noch nach Marstal schaffen. Kurz vor der Ansteuerungstonne zum Marstal Fahrwasser schläft der Wind komplett ein. Da gehen bei mir die Alarmglocken hoch und ich hole schnell die Segel runter. Es geht unter Maschine weiter durch das Marstal Fahrwasser.

Dann trifft uns das Gewitter mit voller Wucht. Ich habe noch nicht mal Zeit mir das Ölzeug anzuziehen, sitze nur in Shorts und Fleece Pullover im Cockpit. Wir werden von schweren Gewitterböen durchgeschüttelt und es geht ein Platzregen auf uns nieder. Die Familie verzieht sich schnell unter Deck und ich halte das Boot auf Kurs. Der Platzregen geht nun in Hagel über und ich kann kaum noch atmen, da mit jedem Atemzug der Mund mit Wasser und Hagelkörnern gefüllt ist.

Trotzdem geht es weiter nach Marstal, große Ausweichmöglichkeiten haben wir auch nicht. Anlegen ist bei den Böen natürlich nicht drin und so wettern wir das Gewitter erstmal in der Boxengasse bei der Slipanlage ab. Dabei werden wir von einigen neugierigen Blicken beobachtet. Wahrscheinlich warten die darauf das wir jetzt anlegen, aber den Gefallen tue ich denen nicht. Wir werden warten bis die Böen nachgelassen haben.

Nach kurzer Zeit lassen die Böen tatsächlich nach und wir können ohne Probleme in einer freien Box anlegen. Jetzt werden erstmal die Wunden geleckt bzw. meine Schuhe und die Klamotten getrocknet. Ich bin buchstäblich bis auf die Knochen durchgeweicht. Sowas brauche ich nicht so schnell wieder.