Bagenkop

Was wir gestern an Wind gehabt haben sollte scheinbar für zwei Tage reichen. Heute ist davon nichts mehr zu spüren und wir müssen nach Bagenkop motoren.

Durch das Flach bei Ristinge an der Südwestküste Langelands können wir nicht hindurch und müssen das Fahrwasser nach Marstal nehmen. Von dort geht es durch das Søndre Løb nach Bagenkop. Und das bei dieser Hitze sowie einer scheußlichen Mückenplage. Wo kommen die Viecher nur her?

Bagenkop ist einer unserer Lieblingshäfen in der dänischen Südsee. Dort wandern wir zur Steilküste, da die Aussicht über die Kieler Bucht atemberaubend ist.

Später kommt das Dingi nochmal zum Einsatz und ich fahre in der Abenddämmerung mit Celina bis zur Steilküste. Auch von der Wasserseite aus ist der Anblick klasse. Man sieht an der zerklüfteten Küste, welche Kraft die Wellen doch entwickeln können.

In Bagenkop sollen wir Nachschub an Benzin für den Außenborder bekommen. Die Hafentankstelle hat leider nur Diesel im Angebot. Somit müssen wir die knapp 2km zur nächsten Tankstelle zu Fuß zurücklegen. Zum Glück haben wir vom Hafenmeister einen Bollerwagen bekommen, um die Kanister nicht auch noch schleppen zu müssen.

So überfüllt wie heute habe ich den Hafen bisher noch nie gesehen. Nicht nur das an der Kaimauer die Boote im 3er Päckchen lagen. Die Boxengasse zwischen den Heckdalben ist fast komplett mit Päckchenliegern aufgefüllt. Habe bis zu acht Boote im Päckchen gezählt.

Überfahrt nach Bagenkop

Nun steht die Überfahrt nach Bagenkop an, auch wenn das Wetter weniger einladend ist. Laut Wetterbericht sind umlaufend 3 angekündigt, die später auf SE 4 drehen sollen. Immerhin vom Wind her sollte es passen, auch wenn es mittags noch nieselt.

Unter Motor geht es aus Heiligenhafen hinaus und gleich hinter Ortmühle werden alle Segel gesetzt. Das geht hier immer sehr schön, kurz aus dem Fahrwasser raus, Segelhoch und wieder zurück. Erinnert mich hier immer wieder an den SKS Törn 2008, wir haben die Segelmanöver hier bis zum Umfallen geübt.

Der Wind kommt aus E bis NE mit 3 Bft. und wir können auf einem schönen Halbwindkurs segeln. Meiner Frau wird etwas mulmig, es ist das erste Mal das wir kein Land mehr sehen und das macht sie etwas nervös. Außerdem macht sich bei ihr etwas Seekrankheit bemerkbar, dabei haben wir hier höchstens einen halben Meter Welle.

Es ist eine sehr schöne Fahrt und wir finden auch noch einen Liegeplatz obwohl wir heute Samstag haben. Normalerweise ist der Hafen ja dann von Charterschiffen überfüllt. Das Anlegemannöver ist nicht so gut gelaufen, ich muss mich wahrscheinlich etwas besser ausdrücken wenn ich darum bitte die Luv Heckleine zu belegen. Ich drücke meiner Frau die Heckleine in die Hand und lasse das Boot eingekuppelt nach vorne treiben. Springe schnell an Land und ziehe die Luvleine durch den Ring, das ist hier ja immer etwas blöd in Bagenkop. Als ich zurück schaue sehe ich das wir gar keine Heckleine am Dalben haben! Immerhin haben wir eine Landverbindung und so brauchen wir nur etwas zurücksetzen und die Heckleinen belegen. Bei mehr Wind hätte das aber echte Probleme geben können.

Bagenkop ist ein toller Hafen, besonders gefallen uns die roten Häuschen mit dem Aussichtsturm. Ich weiß gar nicht warum viele so auf den Hafen schimpfen, wir finden es hier sehr schön.

Und es gibt hier kostenfreies WLAN 🙂