Kieler Woche 2011

Wenn wir schon mit unserem Boot in Kiel liegen darf natürlich ein Besuch der Kieler Woche nicht fehlen. Wir haben uns für die Auslaufparade am Samstag entschieden. Gegen 10.30 Uhr hieß es dann Leinen los in Wendtorf. Unser Plan war den auslaufenden Großseglern entgegen zu fahren. So sollten wir die besten Bilder bekommen und verpassen kein Schiff.

Wie sich später herausgestellt hat war diese Idee genau richtig gewesen. Die Fahrt auf der Förde wurde dann sehr spannend, da alle kreuz und quer durcheinander fuhren. Selbst im Fahrwasser hat sich niemand mehr an das Rechtsfahrgebot
gehalten. Dazu kamen dann noch Motorboote, Schlauchboote und Paddler. Da war schon einiges los auf der Förde.

Wir wollten natürlich auch etwas von der Stimmung an Land einfangen und haben dann versucht einen Liegeplatz am Westufer zu bekommen. Das war leichter gedacht als getan, überall waren die Liegeplätze in der Innenförde belegt.

Erst in Düsternbrook haben wir dann einen Liegeplatz an der Außenmole gefunden. Spontan haben wir beschloßen hier gleich über Nacht zu bleiben. So können wir in Ruhe das Volksfest besuchen und einige EIndrücke sammeln.

Das Anlegemanöver war dann etwas in die Hose gegangen, Einzelheiten möchte ich mir hier mal ersparen 😉 Aber Hauptsache wir liegen fest und es hat keinen Bruch gegeben.

Später hat an der Außenmole außerhalb des Hafens der Trimaran Race for Water angelegt und uns über Nacht als Wellenbrecher gedient. Wir mussten nämlich feststellen das die Mole hier unter Wasser offen ist und den Schwell der Förde direkt in den Hafen lässt.

Erstes Ankermanöver

Heute wollen wir zum ersten Mal ankern. Das Wetter ist dafür ideal, wenig Wind und sehr schönes Wetter. Meine Tochter Celina ist auch mit dabei und auch schon ganz gespannt darauf.

Wir fahren aus Wendtorf raus bis zur Ansteuerungstonne und fahren dann einige Kabellängen nach Osten um das Fahrwasser freizuhalten.

Während Celina an der Pinne steht und das Boot auf Kurs hält kümmere ich mich auf dem Vorschiff um den Anker. Irgendwie ist das Teil ja ein Witz mit seinen 5kg und den 4m Kettenvorlauf mit 6mm Kette. Bei tollem Wetter wie heute sollte das aber wohl reichen.

Der Anker fällt auf 3,5m Wassertiefe und wir fahren ihn dann mit halber Kraft Rückwärts auch ohne Probleme ein. Auf Sand hält dieser Bruce Anker ja ganz gut. Bei mehr Wind und anderen Ankergründen wäre ich da aber skeptisch. Ich plane daher die Anschaffung eines größeren CQR Ankers und mindestens 10m Kettenvorlauf mit 8mm.

Wir beobachten das Treiben am Strand und ich koche uns erstmal etwas leckeres in der Pantry. Es gibt ein hervorragendes Menü bestehend aus zwei 5-Minuten-Nudeltöpfen. Aber es schmeckt uns und das ist doch die Hauptsache.

Das Anker Auf Manöver verläuft ebenfalls ohne Probleme und dank dem sandigen Grund ist der Anker auch sauber als er an Deck kommt.

Damit ist unser erstes Ankermanöver geglückt und ein weiterer Punkt auf der Manöverliste abgehakt.

Stoller Grund

Heute ging es wieder zu einem Solotörn auf der Kieler Förde. Bei dem tollen Wetter war hier heute auch einiges los. Etwas nördlich der Ansteuerungstonne von Wendtorf hat ein Boot der Küstenwache Position bezogen. Es war schön zu beobachten wie das Tochterboot immer wieder zu einigen Yachten fuhr und scheinbar Kontrollen durchführte.

Bin mal gespannt ob ich nun auch kontrolliert werde. Das „Mutterschiff“ der Küstenwache befindet sich genau auf meinem Kurs. Da ich unter Segel unterwegs bin müssen die mir ja eigentlich ausweichen. Hab es dann einfach mal drauf ankommen lassen und habe meinen Kurs beibehalten. Etwa eine halbe Seemeile bevor ich die Position erreicht habe sind die tatsächlich nach Osten abgedreht und das ohne mich zu kontrollieren. Hätte ich irgendwelche Manöver gefahren wäre ich wohl auch kontrolliert worden.

Weiter ging es dann um den Leuchtturm Kiel herum zum Stoller Grund. Das Verkehrstrennungsgebit habe ich lieber nördlich umfahren. Die warten doch nur darauf das ich da nicht im rechtgen Winkel durchfahre und ohne Plotter gehe ich da lieber kein Risiko ein.

Es ist wirklich schön hier, ich bereue es nicht das wir unseren Liegeplatz hier an der Kieler Förde haben. Es ist einfach ein Traum hier zu segeln.

Hier liegen wir im Gasthafen von Damp

Besuch in Damp

Um uns an das Boot zu gewöhnen haben wir die ersten Schläge rund um Wendtorf und in der Kieler Förde gemacht. An Himmelfahrt war nun der erste Törn mit Übernachtung geplant. Als Ziel haben wir uns Damp ausgesucht, mit knapp über 12sm ein schnell zu erreichendes Ziel.

Leider ist der Wind an diesem Tag ziemlich eingeschlafen, so das für die letzten zwei Meilen dann doch der Jockel ran musste. Der Hafen hat uns sehr gefallen und wir werden garantiert wieder kommen! Auf dem Rückweg am nächsten Tag war der Wind leider immer noch recht schwach. So konnten wir aber gemütlich während der Überfahrt nach Wendtorf kochen und in der tollen Mittagssonne essen und segeln.

Immerhin konnten wir heute unseren ersten Schweinswal sehen!

Abendlicher Solotörn

Der Übeltäter des Ölverlustes scheint identifiziert zu sein: Am Schlauch des Ölausgleichsbehälters der Wellendichtung tritt Öl aus. Habe das jetzt mit selbstverschweißenden Isotape abgedichtet.

Das soll mich jetzt aber nicht stören, heute will ich endlich segeln!

Genauso habe ich mir das immer vorgestellt, 3-4 Bft. Wind auf der Außenförde und ich alleine mit dem Boot unterwegs. Da kann es auch mal etwas sportlicher zu gehen und niemand beschwert sich über zu viel Lage 😉

Außerdem ist dies die richtige Gelegenheit um sie Segeleigenschaften einmal unter idealen Bedingungen auszuprobieren. Und die sind durchaus gut wie ich feststellen konnte. Bedingt durch das flache Unterwasserschiff und das breite Heck bekommt man das Boot sogar wie eine Jolle ins Gleiten. So sind sogar echte 8 Knoten drin gewesen.

So ging es immer zwischen der Ansteuerungstonne von Wendtorf und dem Leuchtturm von Heidkate immer hin und her. Ein schöner Törn bis in die Abenddämmerung, einfach traumhaft.